Werte (er)leben in Dresden: Wenn Werte greifbar werden

Veröffentlicht am 9. April 2026

Das Pilotprojekt an der Oberschule Laubegast markiert einen bedeutenden Schritt auf unserem Weg, „Werte (er)leben“ bundesweit zu etablieren.

„Ich hatte noch nie ein Vorbild – seit heute habe ich eins.“ – Dieser Satz einer Schülerin am Ende unseres Projekts in Dresden bringt auf den Punkt, worum es der Werte-Stiftung geht: Werte nicht nur zu vermitteln, sondern sie für junge Menschen wirklich erlebbar zu machen. Begriffe wie Respekt, Toleranz oder Gerechtigkeit bleiben oft abstrakt – ihre Bedeutung entfaltet sich erst dann, wenn Kinder und Jugendliche sie mit eigenen Erfahrungen verbinden können. Mit unserem Projekt „Werte (er)leben“ ist uns genau das gelungen – und das erstmals auch außerhalb Hessens.

Ein wichtiger Meilenstein: Unser erstes Projekt in Dresden
Das Pilotprojekt an der Oberschule Laubegast markiert einen bedeutenden Schritt auf unserem Weg, „Werte (er)leben“ bundesweit zu etablieren. Drei Klassen nahmen an dem Projekt teil und durchliefen unser dreiteiliges Workshopkonzept, das darauf abzielt, Werte zunächst bewusst zu machen, sie anschließend erfahrbar werden zu lassen und sie schließlich in konkretes Handeln zu überführen. Von Beginn an wurde deutlich, dass es dabei um mehr geht als klassische Wissensvermittlung. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich nicht nur theoretisch mit Werten auseinander, sondern erhielten die Möglichkeit, diese aktiv zu entdecken und in unterschiedlichen Kontexten zu reflektieren.

Werte erleben – mitten in der Gesellschaft
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist das Lernen außerhalb des Klassenzimmers. In sogenannten „Werte-Welten“ begegnen die Jugendlichen gesellschaftlichen Realitäten, in denen Werte konkret gelebt werden. So erhielten die Schülerinnen und Schüler in einer Inklusionswerkstatt Einblicke in den Alltag von Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und konnten hautnah erfahren, was Toleranz und Vielfalt im täglichen Miteinander bedeuten. Bei der Tafel Dresden wurde Solidarität greifbar, indem sie nachvollziehen konnten, wie wichtig gegenseitige Unterstützung in unserer Gesellschaft ist. Der Besuch am Landgericht Dresden eröffnete schließlich eine Perspektive auf Fragen von Gerechtigkeit und Verantwortung und machte deutlich, welche Rolle Werte für das Funktionieren unseres Rechtsstaats spielen. Diese Erfahrungen ermöglichen einen Perspektivwechsel, der weit über den Schulalltag hinausgeht. Werte werden nicht mehr nur besprochen, sondern konkret erlebt – und dadurch nachhaltig verstanden.

Vom Erleben ins Handeln

Aufbauend auf diesen Eindrücken entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Vorstellungen davon, welche Werte ihnen persönlich wichtig sind und wofür sie als Klassengemeinschaft stehen möchten. Dieser Schritt ist entscheidend, denn Werte entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn sie in konkretes Handeln übersetzt werden. Ein besonderes Highlight bildete der gemeinsame Projektabschluss: Die Jugendlichen präsentierten ihre Ideen zwei inspirierenden Persönlichkeiten aus dem Sport und kamen mit ihnen ins Gespräch. Mit Steffi Kriegerstein, Weltmeisterin und Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen 2016, sowie Helene Schäfer-Betz, Unternehmerin und ehemalige Leistungssportlerin, begegneten sie zwei authentischen Vorbildern. Beide berichteten offen von ihren eigenen Erfahrungen und machten deutlich, welche Rolle Werte wie Respekt, Disziplin, Gemeinschaft und Durchhaltevermögen auf ihrem persönlichen Weg gespielt haben. Gerade diese Begegnungen auf Augenhöhe sind es, die bei den Jugendlichen besonders nachwirken. Sie schaffen Identifikation, geben Orientierung – und können sogar dazu führen, dass junge Menschen erstmals ein echtes Vorbild für sich entdecken.

Werte (er)leben: Gemeinsam in ganz Deutschland
Ein Projekt wie „Werte (er)leben“ lebt von starken Partnerschaften und engagierten Unterstützern. Unser besonderer Dank gilt der Oberschule Laubegast für die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie den beteiligten „Werte-Welten“, die den Schülerinnen und Schülern wertvolle Einblicke in ihre Arbeit ermöglicht haben. Ein entscheidender Beitrag kam zudem von der ARAG, die das Projekt durch ihre finanzielle Unterstützung überhaupt erst möglich gemacht hat. Mit über 70 Klassen im Rhein-Main-Gebiet haben wir bereits zahlreiche junge Menschen erreicht. Das Projekt in Dresden war nun ein wichtiger nächster Schritt, unsere Arbeit über die Region hinaus zu tragen.
Die Erfahrungen zeigen deutlich: Der Bedarf an werteorientierter Bildungsarbeit ist groß – und die Wirkung nachhaltig. Unser Ziel ist es, „Werte (er)leben“ weiter auszubauen und bundesweit zu verankern, damit noch mehr Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, Werte nicht nur zu verstehen, sondern sie in ihrem eigenen Leben zu erfahren und zu gestalten.